Es ist das,
was Du daraus machst!

Grau mit goldenen Flecken

 

Wir leben in einer Welt, die uns suggeriert, Glück müsse etwas Großes sein: ein neuer Job, eine Beförderung, eine große Reise oder eine neue Beziehung. Diese Momente sind natürlich wunderbar und verdienen es, gefeiert zu werden, doch sie kommen naturgemäß selten vor. Und was ist mit der Zeit dazwischen? Da ist das eigentliche Leben, voller unzähliger kleiner Wunder, die wir oft übersehen, weil sie so leise sind!

Oft kommt das Glück unauffällig daher und wartet mitten in unserem Alltag darauf, entdeckt zu werden, während wir mit dem Kopf in der Zukunft oder in Sorgen stecken.

Es sind Momente wie das erste frische Grün im Wald nach einem langen Winter oder das Rascheln der Blätter unter deinen Füßen beim Spaziergang im Herbst. Oder genießt du die wohltuende Wärme einer Tasse Tee, die du einfach nur in den Händen hältst, während du aus dem Fenster schaust? Vielleicht ist es auch der kurze, ehrliche Moment, wenn du jemandem in die Augen siehst und ihr beide gleichzeitig lächelt, oder das Gefühl von purer Freiheit, wenn du im Auto die Musik laut aufdrehst und einfach nur singst.

Diese Momente sind wie kleine Geschenke im Alltag.

 

Warum übersehen wir die kleinen Glücksmomente oft?

Dass wir diese kleinen Freuden so leicht übersehen, liegt nicht an uns selbst, sondern an unserer biologischen Programmierung. Unser Gehirn ist evolutionär darauf ausgelegt, Probleme und Gefahren schneller zu erkennen als das Positive, denn das hat uns als Art das Überleben gesichert. Heute führt das dazu, dass ein einziger kritischer Kommentar oft viel länger in uns nachhallt als zehn warme Komplimente. Das ist kein Fehler in unserem System, sondern einfach unsere Natur. Und gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, unser Bewusstsein für die positiven Momente zu schärfen, nicht um das Negative zu ignorieren, sondern um das Positive nicht mehr unbemerkt an uns vorbeiziehen zu lassen.

 

Wie kann ich das Glück in meinem Leben finden?

Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass Glück nicht erst dann kommt, wenn alles perfekt ist. Es ist schon da, wir sehen es nur oft nicht. Aber wir können lernen, es zu entdecken. Das bedeutet nicht, dass wir das, was fehlt oder was schwierig ist, ignorieren sollen. Es ist eher ein Begleiter neben den Herausforderungen. Man kann traurig sein und trotzdem einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen; man kann gestresst sein und trotzdem ein warmes Lächeln spüren; man kann müde sein und trotzdem dankbar für einen Moment der Ruhe sein. Das eine schließt das andere nicht aus, denn das Leben ist selten schwarz oder weiß. Meistens ist es grau mit goldenen Flecken, und genau diese goldenen Flecken sind es wert, dass wir sie bemerken.

 

Vielleicht hilft dir eine kleine Übung: Nimm dir heute Abend, wenn der Tag zur Ruhe kommt, fünf Minuten Zeit und frag dich: „Was hat mich heute gefreut? Welche schönen Momente gab es?“ Es muss nichts Großes sein. Vielleicht war es ein leckeres Stück Obst, dass dir jemand die Tür aufgehalten hat, oder einfach nur ein Moment, in dem du ruhig atmen konntest, ohne dass etwas von dir verlangt wurde. Wenn du es dir aufschreibst – nur für dich selbst –, dann festigt sich dieser Eindruck in deinem Gedächtnis.

Ich lade dich ein, dich jeden Tag aufs Neue auf die Suche nach den kleinen Glücksmomenten im Alltag zu machen. Vielleicht findest du einen, vielleicht mehrere, und vielleicht auch mal keinen – und das ist dann auch völlig in Ordnung. Aber wenn du einen glücklichen Moment findest, dann halte kurz inne und genieße ihn, den kleinen „goldenen Fleck“!

Diese wunderschönen Pfingstrosen waren z.B. einer meiner goldenen Flecken in den letzten Tagen!